1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

19. November 2021

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, das wurde in der Kirchengemeinde Stuttgart-Riedenberg am 7. November auf ganz besondere Art und Weise gefeiert.

Nach einem Festgottesdienst, bereichert durch Musik jüdischer Komponisten und einer jüdischen Auslegung des Bibelworts konnten sich die Gemeindemitglieder in drei Gruppen auf einen geführten Spaziergang machen: es wurde das Leben von Käthe Löwenthal, Klara Neuburger und Fred Uhlmann nachgezeichnet. Alle drei haben in Stuttgart gelebt und ein bemerkenswertes Schicksal gehabt: Käthe Löwenthal war Malerin und lebte in einer lesbischen Beziehung, sie hatte ab 1934 wegen ihrer jüdischen Abstammung Malverbot und wurde 1942 zunächst in ein Sammellager bei Göppingen gebracht und schließlich im besetzten Polen im Durchgangslager Izbica bei Lublin ermordet. Klara Neuburger, ebenfalls Künstlerin, gelang es, gemeinsam mit ihrer Mutter, im letzten Moment per Schiff in die USA zu emigrieren. Fred Uhlmann war als Rechtsanwalt tätig und aktives Mitglied der SPD. Nach der Machtübernahme musste er wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Aktivitäten 1933 ins Exil nach Frankreich gehen. Später lebte er in London als Maler und Schriftsteller.

Drei Schicksale, die auf unserem Spaziergang von Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums an Informationsständen anhand zahlreicher ausgestellter Dokumente nachgezeichnet wurden. Den Vorträgen war anzumerken, mit wie viel Interesse und Engagement sich die Schülerinnen in die Materie eingearbeitet hatten. So lernten viele Einwohner von Stuttgart-Riedenberg die Leben derjenigen kennen, nach denen in den 80er Jahren drei Straßen in ihrem Stadtteil benannt wurden.

Die Ott-Goebel-Jugend-Stiftung unterstützte die Spaziergänge und Präsentationen der Schülerinnen mit einer Spende.

Flyer downloaden 

Projekttag in Riedenberg: Mehr über jüdisches Leben erfahren, Stuttgarter Zeitung, 02.11.2021

 

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